Kritik an Lebenshilfe: Behindertenbetreuung als Ferienjob?

26. August 2009

Zwei ungelernte Kräfte mit einer Gruppe Schwerbehinderter im Badeurlaub in Spanien? Das geht, allerdings offensichtlich nicht gut, wie das Hamburger Abendblatt in seiner Onlineausgabe berichtet. Dort werfen zwei Abiturienten der Lebenshilfe Schenefeld vor, ihnen quasi blind die Betreuung der schwerbehinderten Erwachsenen übertragen zu haben – für 30 Euro am Tag. Während die 20-Jährigen von organisatorischen Jobs ausgingen, habe man 24-Stunden-Pflege bieten müssen. Die Rufbereitschaft vor Ort habe sich eher selten blicken lassen, erzählen die Abiturienten. Darüber hinaus habe man ihnen verschreibungspflichtige Medikamente mitgegeben, um einen der Reiseteilnehmer notfalls ruhig zu stellen.
Schon Zivis müssen häufig Aufgaben übernehmen, denen sie nicht gewachsen sind, für die sie nicht ausgebildet sind. Aber die Vorstellung, individuelle Schwerstbehindertenbetreuung als Ferienjob abzugeben hat wohl eine völlig andere Qualität. Hoffentlich keine neue Mode.

Kategorien: Fernstudium

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